Die Ausstellungseröffnung am 08. April 2011



In meiner Fotografie gibt es nicht viele Zufälle“, betonte der Schweizer  Beat Presser am Freitagabend bei der Eröffnung seiner Ausstellung von 70 Bildern des Schauspielers Klaus Kinski im Westpreußischen Landesmuseum. Noch bis zum 3. Oktober sind die Werke des Fotografen im Museum zu sehen.

Beat PresserPressers hauptsächlich bei den Dreharbeiten zu den Werner Herzog-Filmen „Fitzcarraldo“ und „Cobra Verde“ entstandenen Schwarzweiß- und Farbaufnahmen zeigen den Film-Wüterich Kinski teils leidenschaftlich agierend, teils kühl distanziert. Presser arbeitete jene Facetten der Persönlichkeit Kinskis heraus, die dieser wohl gerne von einem Meisterfotografen festhalten lassen wollte. In der Tat: Schnellschüsse lieferte der Künstler nicht. Mit enormer Sorgfalt sind seine Bilder durchkomponiert – und so gruppiert, dass sie der Betrachter zu eigenen Geschichten verknüpfen kann. Nein, vorgegeben sind diese Geschichten nicht, betonte Presser. Sie müssen schon im eigenen Kopf wachsen. Die Anordnung der Bilder freilich entstand in Pressers Computer. Im heimischen Basel brauchte er 2010 einen Monat, um seine Werke in die vorher abgelichteten virtuellen Räume des Museums so zu hängen, dass sie die größte Wirkung erzielen.

Bei der Ausstellungseröffnung dankte Dr. Lothar Hyss, Direktor des Westpreußischen Landesmuseums, seinem Stellvertreter Dr. Martin Steinkühler, dem Kurator der Ausstellung. Dr. Hyss erinnerte daran, dass mit der Kinski-Schau die Tradition von Ausstellungen im Westpreußischen Landesmuseum fortgeführt wird, die das Leben berühmter Personen aus dieser Region beleuchten. In diesem Zusammenhang kündigte Dr. Hyss  weitere Ausstellungen über den Schriftsteller, Grafiker und Bildhauer Günter Grass, den Astronomen Nikolaus Kopernikus und den Fotografen Alfred Eisenstaedt an. Als Einstimmung auf Pressers Kinski-Fotos spielte die junge Pianistin Svava Reuter den Liebestraum Nr. 3 von Franz Liszt.

Danach nahm Beat Presser die über 80 Gäste der Eröffnung mit auf einen Rundgang durch die Ausstellung. Der Fotograf, der Kinski 1977 in Paris kennenlernte, erzählte, wie die Bilder entstanden. Er beschrieb Kinskis Kostüme, von denen der weiße Leinenanzug aus „Fitzcarraldo“ und die Uniform aus „Cobra Verde“ ebenfalls im Museum zu sehen sind. Er berichtete wie eine Serie von drei großen Kinski-Porträts entstand, bei denen dem Schauspieler Kautschuk-Saft im tropischen Halbdunkel des Dschungels auf die Hand tropfte. Das Publikum hörte gespannt zu und genoss anschließend das zwanglose Gespräch mit Presser bei einem Empfang in der Eingangshalle des Museums. Begleitet wurde Presser von Vera Pechel, die unter anderem den üppigen Katalog zur Kinski-Ausstellung gestaltete, der für 29,90 Euro im Museum zu erwerben ist. Sie schuf auch das markante Ausstellungsplakat.

Museumsdirektor Dr. Lothar Hyss, die Grafikerin Vera Pechel, Fotograf Beat Presser und der Ausstellungskurator Dr. Martin Steinkühler (von l. n. r.). Foto: Th. Hölscher Zahlreiche Gäste folgten den Ausführungen des renommierten Schweizer Fotografen. Foto: Th. Hölscher


Beat Presser wird noch zwei Mal im Westpreußischen Landesmuseum über seine Zeit mit Klaus Kinski berichten.
Die Veranstaltungen sind für Donnerstag, 21. Juli, und für Donnerstag, 9. September, geplant.
Der Eintritt wird um die 6 Euro pro Person betragen.
Der Vorverkauf läuft bald an
(Informationen unter 02506-810120).
Jan Schneider

 

banner-buecher-kinski

Öffnungszeiten
Di - So
10 - 18 Uhr

Eintrittspreise während
der Kinski-Ausstellung

Erwachsene: 4,-€
Kinder ab 12 Jahre
und Studenten 2,-€
Freitags ist der Eintritt frei!

Anschrift:
Am Steintor 5
48167 Münster

BKM LWL NRW Kulturamt Münster