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Samuel Thomas Soemmerring Ausstellung 31.08. - 18.11.2001 (1755-1830)
Der 1755 in Thorn an der Weichsel geborene Arztsohn studierte in Göttingen Medizin.
Seine Dissertation revolutionierte die Hirnforschung - er wurde zum angesehensten deutschen Anatom seiner Zeit. In Kassel führte er grundlegende anthropologische
Untersuchungen durch, entdeckte die Sehnervenkreuzung bei den Säugetieren, präparierte u. a. einen Elefanten und ließ den ersten Freiballon in Deutschland
aufsteigen. Als Professor für Anatomie und Physiologie an der Mainzer Universität publizierte Soemmerring das bedeutendste deutsche Anatomiehandbuch. Seine
Veröffentlichungen über die Sinnesorgane sind auch künstlerische Meisterwerke. Mit Schriften gegen den Korsettgebrauch und die Anwendung der Guillotine erregte
er Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit. Als praktischer Arzt führte er in Frankfurt am Main die Pockenschutzimpfung ein. Während seiner Zeit als Mitglied
der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München erfand er den elektrischen Telegraphen und avancierte zu einem der führenden deutschen Paläontologen. Danach
war er in Frankfurt auch als Astronom tätig, wo er 1830 starb. Soemmerring, einer der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit, zählte Johann Friedrich Blumenbach, Petrus Camper, Georg Forster, Johannes
Müller, Johann Wolfgang Goethe, die Brüder Humboldt, Friedrich Hölderlin, Georges Cuvier und Joseph Fraunhofer zu
seinen Freunden. Zu seinem breiten Bekannten- und Korrespondenzkreis gehörte unter anderem auch Amalia Fürstin
von Gallitzin. In der Ausstellung, an der sich zahlreiche Leihgeber beteiligen, wird Soemmerrings Lebensweg
nachgezeichnet und sein universales wissenschaftliches Werk mittels Ansichten, Medaillen, Silberarbeiten, Urkunden,
Tagebüchern, einem Teleskop, einem Telegraphenmodell, einem Embryopräparat, einem Elefantenschädel, Reproduktionen und Abgüssen paläontologischer Fundstücke dokumentiert.
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