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Christof Heyduck

 Geistige Räume
Arbeiten für Bühne, Fernsehen und Video
Westpreußisches Landesmuseum vom 6. Februar bis 18. April 2004

In Zusammenarbeit mit dem Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen-Hösel
und dem Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf

1927 in Breslau geboren, studierte Christof Heyduck nach Krieg und Gefangenschaft von 1948-1954 an der Staatlichen Werkakademie u.a. bei dem Graphiker Prof. Hans Leistikow und dem Bühnenbildner Prof. Teo Otto. Danach war er als Bühnen- und Kostümbildner tätig. Herausragend waren seine Arbeiten nicht nur für die Region Nordrhein-Westfalen, wo er einige Jahre als 1. Bühnenbildner und Ausstattungsleiter in Bielefeld und an den Städtischen Bühnen in Münster gearbeitet hatte. Auch die Arbeiten aus seinen Anfängen am Landestheater in Salzburg, in Basel, dann am Deutschen Theater in Göttingen unter Heinz Hilpert, in Wien und Stuttgart oder am damals neueröffneten Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen vermitteln einen guten Einblick in die hohen Standards bühnenbildnerischer Möglichkeiten der 1950er bis 1970er Jahre.

Heyducks Arbeiten lassen sich nicht auf einen Stil festlegen. Bisweilen zeitgleich stehen aufwendige experimentelle Lösungen neben fast konventionell wirkenden Ausstattungen von Gesellschaftsstücken, die aber die naturalistische Nachahmung oder das rein Dekorative stilsicher vermeiden. Erkennbar ist ein fast poetischer Umgang mit den Dingen, eine Präzision, eine Liebe zum Detail, zum Material, ohne sich darin zu verlieren. Erkennbar ist auch sein Wille, in Zusammenarbeit mit dem Regisseur eine Interpretation des Stückes zu finden, die dem Zuschauer „geistige Räume“ erschließt, Phantasie entfacht und beflügelt.

Christof Heyduck ist selten den geraden, einfachen Weg gegangen. Sein rebellischer Geist suchte in Zeiten des Kalten Krieges, lange vor der Ostpolitik Willy Brandts, den völkerverständigenden Weg der Kultur nach Osten. Bereits Mitte der 1960er Jahre stattete er – gegen zahlreiche Widerstände – einige Produktionen am Ostberliner Deutschen Staatstheater aus, die auf mehreren Auslandstourneen ihre Stichhaltigkeit nachhaltig beweisen konnten.

Aus Anlass des 75. Geburtstags von Christof Heyduck haben das Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf und das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen-Hösel diese Ausstellung konzipiert. Sie wurde bereits im Zentrum für Szenografie Kattowitz und im Architekturmuseum Breslau präsentiert. Im Mittelpunkt stehen Bühnenbildentwürfe und Kostümentwürfe, unter anderem zu Prokofieffs Feurigem Engel, Verdis Don Carlos, Mozarts Zauberflöte und Shakespeares Widerspenstigen Zähmung. Die Ausstellung wird vom 6. Februar bis zum 18. April 2004 im Westpreußischen Landesmuseum in Münster-Wolbeck gezeigt.

Zur Ausstellung ist ein deutsch-polnischer Begleitband mit zahlreichen Abbildungen zum Preis von 12 Euro erschienen.